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BIRKENWERDER - Am Ende waren die Stimmung getrübt und die Empörung groß. Als Fachbereichsleiter Michael Kothera von der Kreisverwaltung Oberhavel am Dienstagabend im Ortsentwicklungsausschuss in Birkenwerder das Konzept für den Anbau der Regine-Hildebrandt-Schule vorstellte, war mit keinem Wort vom Therapiebecken die Rede. Die Nachfrage von Peter Kruse aus dem Publikum, früher selbst Schüler an der KÖS in Birkenwerder, ergab: Es wird kein Therapiebecken geben. Gesamtelternkonferenzvorsitzender Franz-Josef Wolf erhob schwere Vorwürfe gegen den Kreis, der als Ersatz für das inzwischen abgerissene kleine Schwimmbecken der Schule den Bau eines Therapiebeckens zugesagt habe. „Das ist ein Rückschritt“, kommentierte Hartmut Günther, der Vorsitzende des Ortsentwicklungsausschusses, den Wegfall des Beckens.
„Die Entscheidung ist in Absprache mit der Schule gefallen“, sagte Kreissprecherin Irina Schmidt auf MAZ-Nachfrage. Im Schulkomplex sei eine Therapiezone vorgesehen, die bei Bedarf mit einer Therapiewanne ausgestattet worden wäre. Aber die Schule habe keinen Bedarf angemeldet.
Schulleiter Jörg Behrendt bestätigte dies. „Wir haben uns intensiv mit dem Bauvorhaben befasst“, sagte er auf MAZ-Nachfrage. Dabei sei man zu der Auffassung gelangt, dass ein kleines „Planschbecken“ kein Ersatz für das verschwundene Schwimmbecken sei. Deshalb verzichte die Schule auf dieses Becken und wolle bei Bedarf stattdessen die Einrichtung der benachbarten Asklepios Klinik nutzen. Das Klinik-Therapie-Becken stehe der Schule zehn Stunden in der Woche zur Verfügung. Diese Absprache sei getroffen.
Schwimmunterricht als Nachteilsausgleich für andere Sportarten, die behinderten Schülern verwehrt sind, findet nunmehr in der Turm-Erlebnis-City in Oranienburg statt. Dort ist man derzeit dabei, den Schwimmbereich samt Umkleiden mit kreislichen Mitteln in Höhe von
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125 000 Euro behindertengerecht umzubauen. „Die Tour nach Oranienburg bedeutet Stress pur für die schwerbehinderten Schüler“, beklagen Wolf und Kruse. Derzeit seien die Bedingungen sogar „menschenunwürdig“, ließ Franz-Josef Wolf wissen.
Im Jahr 2007 war der Erweiterungsbau der Regine-Hildebrandt-Schule beschlossen worden, erinnerte Michael Kothera in der Vorstellung des Bauprojektes. Ziel ist die langfristige Sicherung des Schulstandortes mit einer sechszügigen Sekundarstufe I und einer dreizügigen Sekundarstufe II. Der Anbau erfolgt an der Ecke Summter Straße/Karl-Marx-Straße und somit an der Stelle, an der sich das inzwischen abgerissene Schwimmbecken sowie drei Klassenräume, das Schülercafé und ein Archivraum befanden. Es entstehen 22 neue Klassenräume mit sogenannten Lernfluren. Es handelt sich jedoch nicht um Klassenzimmer im herkömmlichen Sinne. Vielmehr sollen sie eine flexible Unterrichtsgestaltung ermöglichen: von Frontalunterricht über Unterricht in kleinen Gruppen bis zu Gesprächskreisen. Die Wände sind beweglich und können mit geringem Aufwand verschoben werden. Kothera sprach von einer „neuen Dimension des Miteinander“. Wie der Name ahnen lässt, können auch die Flure ins Bildungsgeschehen einbezogen werden.
Mitte Juni soll Baubeginn und bis zum Winter der Rohbau fertig sein. Um diese Frist zu halten, kommen vorgefertigte Bauteile zum Einsatz. Der Plan sieht vor, den Anbau mit Beginn des Schuljahres 2011/2012 in Betrieb zu nehmen. Dann schließt sich die Sanierung des Zwischenbaus an, in dem sich unter anderem die Schuladministration befindet. Die Kosten für das kreisliche Bauvorhaben – ohne Fördermittel und Geld aus dem Konjunkturopaket des Bundes – werden sich auf 7,2 Millionen Euro belaufen.
Die Sportstätte an der Summter Straße wird nicht erweitert, sie sei ausreichend, sagt Kothera. Mit dem Neubau wird eine Umstrukturierung der Schule einhergehen. (Von Helga Gerth)
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